Tristan_Braun_©Andreas_Tobias_9681.jpg

//vita 

Semifinalist des

RING Award 20 in

Graz / Steiermark

"Der bühnenbesessene Musiker und Regisseur Tristan Braun gehört zu den Menschen, die nicht nur über das "Wie weiter?" in der Kunst sinnieren, sondern zeitgemäße Lösungen anbieten."

- Andreas Schwarze, Dresdner Neuste Nachrichten

"Wer Tristan Braun

eine Weile zuhört, [...] der merkt bald: Einer, der mit der Konzeptkeule herumläuft,

der nach szenischen Krücken sucht, nach symbol-schwangeren Verkleidungen

des Stücks, all das ist er nicht. [...] Der singende Darsteller, der Mensch auf der Bühne als Zentrum der Arbeit: Dieser Vorsatz [...] bleibt letztlich die hohe Schule der Regie"

- Markus Thiel, Münchner Merkur

 "Für mich als Regisseur ist es wichtig, immer auch als Musiker zu denken.

Das ist wie ein Zapfhahn"

- Tristan Braun im Interview mit

Markus Thiel, Münchner Merkur

Tristan Braun wurde in München geboren. Er erlernte früh das Geigen- und Klavierspiel, nahm Unterricht in zeitgenössischem und klassischem Tanz und war als Sprecher u.a. für den Bayerischen Rundfunk tätig (Deutscher Hörbuchpreis 2005).

 

An der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin studierte er Musiktheaterregie, wo er im Rahmen von künstlerischen Begegnungen mit Regisseur*innen wie Stefan Herheim, Andrea Moses oder Barrie Kosky anfänglich Szenen aus Mozarts „Figaro“, Händels „Il Trionfo“ oder Glucks „Orfeo“ erarbeitete.

 

Noch während des Studiums begann Tristan Braun, regelmäßig mit der Choreographin und Regisseurin Sasha Waltz zusammenzuarbeiten. Er assistierte ihr u.a. bei der Erarbeitung der Choreographie Strawinskys „Sacre“ zum 100-jährigen Jubiläum für das Mariinsky Theater sowie bei Wagners „Tannhäuser“ an der Staatsoper Berlin. Weitere Hospitanzen und Assistenzen führten ihn zu den Salzburger Festspielen (Regie: Jürgen Flimm, Dieter Dorn) und an die Komische Oper Berlin, der er als Regieassistent und Spielleiter in unterschiedlichen Produktionen auch gegenwärtig verbunden ist. 

 

Im Laufe seines Regiestudiums entstehen erste eigene Regiearbeiten von Tristan Braun. Im Jahr 2014 setzte er mit seiner selbstgegründeten Company Tristan & Associates Purcells „Dido and Aeneas“ im Radialsystem V unter der Mitwirkung von Thomas Quasthoff in Szene, gefolgt von Händels „Ariodante“ in der St.-Elisabethkirche.

 

Tristan Braun zeichnete 2015 für die Regie von Robert Krampes Uraufführung „Unsichtbare Fronten“ in der Tischlerei der Deutschen Oper Berlin verantwortlich und inszenierte „Parsifal - für Kinder“ in einer umjubelten Produktion bei den Bayreuther Festspielen.

 

Es folgte die szenische Umsetzung von Rossinis „Barbiere di Siviglia“ an der Kammeroper München, für die er mit Alexander Krampe und Helga Utz eine neue Fassung erstellte. Die Produktion wurde mehrfach zu Gastspielen eingeladen und war zwei Jahre in Folge im Münchner Cuvilliés-Theater zu sehen.

 

An der Neuköllner Oper entwickelte er 2017 aus Monteverdis „Combattimento di Tancredi e Clorinda“ unter Verwendung von musikalischem Material aus der Entstehungszeit der Komposition einen spannungsreichen, musiktheatralen Abend.

 

Das Freiburger Barockorchester bat ihn schließlich, im Frühjahr 2018 Pergolesis „La Serva Padrona“ halbszenisch umzusetzen, und darüber hinaus die stumme Rolle des Vespone zu übernehmen. Es entstand eine vielfältige Arbeit, in der auch seine Tätigkeit als Barockgeiger zum Tragen kam. Die Produktion mit Sunhae Im und Furio Zanasi kam in Köln, Freiburg, Stuttgart, Berlin, Budapest und beim Helsinki Festival zur Aufführung.

 

Im Mai 2018 erarbeitete Tristan Braun auf Einladung der Staatsoper Hamburg mit Wagners "Parsifal" einen Abend mit Laiendarsteller*innen und Schauspielstudent*innen, der sich dem Stoff gänzlich neu widmete.

 

Als Reaktion auf die Erfahrungen der Pandemie produzierte und inszenierte er im Berliner Kühlhaus ein installatives Musiktheater um D. Buxtehudes Kantatenzyklus „Membra Jesu Nostri“, eine Produktion, die zur Premiere im Sommer 2020 bei Presse und Publikum großen Anklang fand (zur Projekt-Website klicken Sie bitte hier). 

 

Im gleichen Jahr erfolgte die Inszenierung von Humperdincks Märchenoper „Hänsel und Gretel“ an den Landesbühnen Sachsen, die Premiere der Produktion steht coronabedingt noch aus. Ebenfalls an den Landesbühnen Sachsen realisierte Tristan Braun das Operettenpasticcio  "Dinner for five" im Juni 2021, das von Presse und Publikum begeistert aufgenommen wurde (vgl. Dresdner Neuste Nachrichten).

 

Tristan Braun ist als Semifinalist des RING Award 20 in Graz /Steiermark nominiert worden.

Für Tristan Braun sind seine Tätigkeiten als Regisseur und gleichermaßen als Musiker unabdingbar miteinander verwoben. 

Er musiziert aktuell regelmäßig mit Barockorchestern wie Concerto Köln, lautten compagney und La Banda. Mit dem Ensemble Wunderkammer nahm er u.a. Bachs "Johannes-Passion" in solistischer Besetzung auf (VÖ: 01/2020, Coviello Classics), die den OPUS Klassik 2020 gewann, und spielte eine ebenso solistisch besetzte Aufführung früher Reformationsmusik mit dem Windsbacher Knabenchor live im Bayerischen Fernsehen.